Robert Seethaler – Die weiteren Aussichten

Robert Seethaler - Die weiteren AussichtenBuch-Tipp:Robert Seethaler

Der Roman von Robert Seethaler erzählt die Geschichte einer ganz anderen Art von Road Movie. Es geht um Herbert, den Goldfisch Georg und Herberts Mutter Frau Szevko, die alle seit dem Tod von Herberts Vater in einem Haus zusammenleben und gemeinsam eine Tankstelle betreiben.

Der konservative Lebensstil

Herbert ist 27 und lebt wie gesagt noch bei seiner Mutter, die beiden verbindet eine besondere Mischung aus Liebe und Abneigung. Sie haben sich allerdings nicht wirklich viel zu erzählen. Die Tankstelle hat ihre besten Zeiten bereits lange hinter sich, und es verirrt sich recht selten ein Kunde zu ihnen, da es mittlerweile billigere und modernere Alternativen gibt. Trotzdem beginnen beide jeden Tag pünktlich ihren Dienst, mit fest verteilten Aufgaben, die Auslagen im Verkaufsraum werden aufgeräumt und die Waschstraße wird in Betrieb gesetzt. Ansonsten ist das Leben am Rande des kleinen Dorfes recht trist, denn ein wirkliches Sozialleben haben beide nicht. Seit seiner Kindheit bekommt Herbert in unregelmäßigen Abständen epileptische Anfälle, was dazu geführt hat, dass er zum Außenseiter im Dorf wurde und keine Freunde hat.

Ein Moment, der alles verändert

Eines Tages ändert sich alles, als eine junge, runde Frau ohne Frisur, mit Augen so blau und tief wie das kaspische Meer auf einem blauen Klapprad an der Tankstelle vorbei radelt. Herbert trifft es wie ein Blitzschlag. Er hat aber keine Gelegenheit, ihr nach zu laufen, da im selben Moment das Kopfgewitter, wie er es nennt, Besitz von ihm nimmt. Zwei Tage später wacht er wieder auf, ohne Erinnerung an das, was passiert ist, aber mit einem Drang los zu rennen und nach der Frau auf dem Fahrrad zu suchen. Im Dorf erfährt er, dass die geheimnisvolle junge Frau im überdimensionierten Hallenbad des kleinen Dorfes als Putzfrau arbeitet.

Herbert kennt das Bad eigentlich nicht, da er als Schüler aufgrund seiner Krankheit immer vom Sportunterricht befreit war. Nun will er aber unbedingt die Aufmerksamkeit der jungen Frau auf sich lenken und begibt sich tollkühn auf das 10 Meter Brett. Wie der Leser aber bereits vermuten kann, geht das nicht gut, Herbert rutscht aus, schlägt mit dem Kopf aufs Brett, mit dem Bauch aufs Wasser und trudelt bewusstlos Richtung Tiefe des Beckens. Da der Bademeister bereits ein paar Gläser intus hat und die übrigen Gäste sich dafür nicht interessieren, ist die junge Frau die einzige, die ihm zu Hilfe kommt und ihn bewusstlos aus dem Becken zieht.

Mit aller Kraft gekämpft und gewonnen

Als er wieder bei Besinnung ist, nimmt er all seinen Mut zusammen und erklärt ihr, die sich mittlerweile als Hilde vorgestellt hat und eigentlich bei näherer Betrachtung braune Augen hat, seine Absichten. Am Ende ist Herbert zum ersten Mal in seinem Leben verabredet. Zusammen wollen sie am Sonntag aufs Schlachtsaufest, das einzige große jährliche Ereignis im Dorf.

Von da an nimmt die ganze Geschichte Fahrt auf. Beim Schlachtsaufest entdecken die beiden ihre Liebe, es kommt aber auch zu einer verhängnisvollen Begegnung mit dem Greiner, einem bekannten Trunkenbold und Schläger des Dorfes, der Herbert die aufblühende Liebschaft neidet. Kurz danach zieht Hilde in das Haus der Szevkos ein, was der Mutter aber nicht wirklich Recht ist, denn man weiß ja gar nichts über die Hilde und wer weiß, ob sie gut genug ist für den Herbert. Das Leben an der Tankstelle gerät nun immer mehr aus den Fugen und es wird erst richtig spannend…

Lese-Tipp: Dieser Roman von Robert Seethaler hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt und fasziniert.

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